Das neue Album “Die Unsterblichen”

Für Frontmann Mozart ist der Begriff «Gothic» nicht nur ein musikaisches Subgenre, sondern eine eigene Kultur. «Gothic» à la Umbra et Imago vereint tonalen Wohlklang, unterkühlte Strenge und explizite Sexualität – eine künstlerische Dreifaltigkeit, die von der Band aus Karlsruhe so konsequent wie von keiner zweiten in Deutschland seit über 20 Jahren zelebriert wird.

Mozart – der Mann hinter Umbra et Imago, der seinen Spitznamen aus frühester Jugend nie abgelegt hat – offenbart mit seinen Texten eine philosophische Haltung, die sich an einer der Grundideen Sigmund Freuds orientiert: Im Leben dreht sich alles um Sex. Mit Umbra et Imago wird dieser Gedanke um den Faktor Musik erweitert. Sex und Musik, so sagt Mozart, seien die beiden einzigen Erfahrungen, die den Menschen den Kosmos spüren lassen – und mit Kosmos meint Mozart eigentlich Gott. Gott, das allumfassende Kunstwerk des Universums.

Es ist nicht eben leichte Kost, die Umbra et Imago ihrem Publikum seit jeher kredenzen, aber gerade deshalb kann die Band auf eine stabile und anspruchsvolle Fanbasis bauen. Diese Fanbasis hat verstanden, dass es Mozart bei den lustbetonten Inhalten seiner Songs und den erotisch aufgeladenen Liveshows nicht um den kurzzeitigen Knalleffekt geht, sondern um die langfristige Einsicht, dass Sex und Musik alle Menschen miteinander verbindet – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung.

Am klarsten zum Ausdruck kommt dieser Tenor im Song «Viva Vulva», dem Herzstück des neuen Albums. «Viva Vulva» ist eine Ode an die Weiblichkeit – sie ist Verneigung, Liebeserklärung und Lustbekenntnis zugleich. Hypnotisches 16tel-Stakkato aus dem Sequenzer trifft hier auf sanfte Gitarrenmelodien, später übernehmen Verzerrer und Metal Drums, und über allem liegt, unterstützt durch einen Chor aus Engelsstimmen, Mozarts wie immer beschwörende Stimme. Das ist Gothic in Reinkultur. Das ist Umbra et Imago im Jahr 2014. Erhaben, dunkel und sexy.

Umbra et Imago – Die Unsterblichen